
Geboren wurde ich am 3. November 1983 in Grimma. Damals schien es so als ob die ganze Welt erkundet und verstanden werden muss. Irgendwie ist das bis heute hängengeblieben. Jedenfalls ging das Leben auf dem Land aber nicht zu lang, denn mit 3 Jahren zogen wir nach Leipzig. Das schönste daran war selbstverständlich das Besuchen von Oma und Opa auf dem Land gefühlt jedes Wochenende.
Dass aus mir ein Informatiker werden sollte ahnte damals noch niemand. Aber auch sonst interessierte mich immer eher alles und jeder, sodass es auch schwer war mir zu folgen. Warum wachsen Pilze so schnell, dass Oma nicht hinterherkommt, weil Opa jeden Tag einen neuen Korb sammeln kann? Wo kommt der Regenbogen her, und warum fliegen die Störche jedes Jahr davon, nur um im nächsten Jahr wieder zu kommen? Der freundliche kleine Junge, der ich auf dem Land war, hatte in der Stadt auch schon einmal Probleme damit, dass nicht jeder, der (wie auf dem Lande üblich) gegrüßt wurde, auch die Zeit oder Lust hatte zurück zu grüßen. Aber auch diese Probleme sollten sich Schritt für Schritt lösen.
Die Jungen Jahre
Schon mit 12 bekam ich meinen ersten Computer, auf dem ich viel Zeit mit DOS, Spielen und QBASIC verbrachte. Das ging dann bis hin zu Spiele programmieren, aber das war nur der Anfang. Ein paar Jahre später wurde es interessanter im Internet: Filesharing war in aller Munde. (Und die Telefonrechnung meiner Eltern wuchs exorbitant.) Nach dem Ausklang der FTP-Zeiten kamen mit Napster und Audiogalaxy zwei sehr ungleiche, aber trotzdem innovative Programme. Faszinierende Technologie. Populärer war Napster vielleicht, aber die Technologie von Audiogalaxy war der Welt ein paar Jahre voraus. Es dauerte nicht lange bis ich mich auf DLL-Programmierung unter Windows stürzte, um eigene Oberflächen für Audiogalaxy zu erstellen. Die wilden Jahre erweiterten sich um Pascal in der Schule, HTTP Crawler in Delphi, und sogar ein eigenes Filesharing-Backend in PHP mit Hilfe von ein paar über die Welt verstreuten Freunden. Mit erfolgreich abgeschlossenem Abitur und Bundeswehrzeit in Hessen endet dieses Kapitel schließlich.
Das Studium und anderweitige Interessen
Eigentlich wollte ich nie studieren, landete dennoch – wie es der Zufall so wollte – an der HTWK Leipzig für ein Informatikstudium. Nach einem härteren Grundstudium mit viel Physik und Mathe war später auch endlich Zeit für Anderes: Musik, Literatur, Kochen und Psychologie. Aber zuerst zum Studium. Ziemlich schnell kristallisierten sich Neigungen zu digitaler Audioverarbeitung, UNIX Betriebssystemen, hardwarenaher und auch Netzwerkprogrammierung heraus. Meine Diplomarbeit hatte den verheißungsvollen Titel: “Konzept zur Übertragung von Audio über Ethernet“, welche ich bei der Firma Marian in Leipzig schreiben konnte. Nebenbei arbeitete ich dort auch fast 2 Jahre als Embedded-Linux-Programmierer für das iXm-Digitalmikrofon. Für kurze Zeit war ich zu allem Überfluss auch am IMISE der Uni Leipzig tätig. Die Programmiersprachen C und Java waren in jener Zeit ständige Begleiter.
Die Liebe zum Kochen, englischer Literatur, Psychologie und Musik kamen in dieser Zeit zum Vorschein. Ich spielte mehr oder minder erfolgreich Gitarre und Bass in One-Twenty und Out Of Order. Da sich Musik bekanntlich nur mit Songs machen lässt schrieb ich unter dem Deckmantel von Last Summer unzählige Lieder, die man hier auf der Website in ihrer Vollständigkeit durchstöbern kann. Es gab CD-Produktionen, viele Konzerte, echte Fans und jede Menge Spaß in dieser Zeit, aber auch schlechte Zeiten: mein Opa verstarb an Lungenkrebs im Jahre 2007.
Die ersten Jahre nach dem Studium…
… arbeitete ich bei den Firmen ipoque und Adyton Systems im Bereich Deep Packet Inspection (DPI) beziehungsweise Next Generation Firewall (NGFW). Zuerst nur als einfacher Programmierer, später als Lead Developer. Python und vor allem C waren hier gefragt, genau so wie weitereichende Kenntnisse über TCP/IP und Linux. Für mich nach wie vor eines der spannendsten Betätigungsfelder überhaupt.
Die Literaturliste dieser Jahre wuchs stetig und breitete sich in alle Richtungen aus von “einfachen” Büchern von Software-Engineering, über die Mythologie von Joseph Campbell, bis hin zu James Joyce und T.S. Elliot. Die Upanishaden folgten, sowie Bücher von Paul Ekman über Gesichter und Emotionen. Daraus entstanden endlich wieder mehr Gedichte. Natürlich alles in Englisch. Ich liebe die englische Sprache unglaublich. Verse schreiben in Deutsch kann ich einfach nicht mit den Qualitätsansprüchen, die im Kopf verankert sind. Komisch eigentlich.
wundervolles foto <3
Danke. :) Alles nur wegen http://elliandpat.com/